| "HOLDEN geht" und feiert Abschied vom
29. bis 31. Oktober 2009.

"HOLDEN" ist ein Projektraum, der als "Laden, Showroom, Ort der Kommunikation,
Informationsstand und Arbeitsplatz fungiert. Er ist Homebase und Ausstellungsraum
für die Projekte der eingeladenen KünstlerInnen." (HOLDEN 2007)

11 Projekte haben Lukas Einsele und Jessica Beebone als HOLDEN-Team seit
November 2007 verwirklicht: Mit Ausstellungen junger Kunst, Anwohnerprojekten,
Trickfilmabenden und Lesenächten, mit Angeboten für Kinder, Grillfesten
und
Diskussionsrunden zeigten sie vielfältige Formen und Möglichkeiten künstlerischer
und kultureller Arbeit und erprobten deren Nah- und Fernwirkung.

"HOLDEN setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie Kunst neue Sichtweisen
auf das eigene Lebensumfeld eröffnen kann, die zu veränderten Wahrnehmungs-,
Aneignungs- und Ausdrucksformen anregen. Oder vereinfacht gesagt: wie
viel Kunst
braucht der einzelne Mensch, braucht das Wohnquartier, die Stadt, braucht
die
Gesellschaft? Was kann und soll Kunst an einem solchen Ort leisten?" (HOLDEN
2007)

Ein wesentliches Interesse war die Erprobung von Formaten, die sowohl
die Menschen
in der nahen Umgebung – dem Bürgerparkviertel – ansprechen wie jene, die
nur dort waren,
um zu sehen, was es neues bei HOLDEN gibt.

Was bei HOLDEN innerhalb der knappen zwei Jahre herauskam, was gelang
und was
unverwirklicht blieb, wird Ende Oktober im Projektraum der Bad-Nauheimer-Straße
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zur Diskussion gestellt.

"Viel Überraschendes und Positives ist passiert, das wir in dieser Form
weder erwartet,
noch anvisiert hatten. Jetzt wollen wir schauen, was sich daraus weiterentwickeln
lässt.
Welche Erfahrungen haben wir gemacht, welche Hindernisse galt es zu überwinden,
wie hat
die Rückkoppelung zwischen Kunst und Öffentlichkeit funktioniert, wo liegen
die Potentiale
eines solchen Experiments: das sind Fragen, die uns jetzt beschäftigen."
(HOLDEN 2009).

Das Resümee, wird ganz HOLDEN-typisch nicht in einer trockenen Theorieveranstaltung
erörtert,
sondern als öffentliches Dreitageprogramm, das Tag und Nacht für große
und kleine Kunstfreunde
etwas zu bieten hat.

PROGRAMMÜBERSICHT

Do 29.10.2009, 17 bis 19 Uhr
Riesenvogel, Katzentier und ein Zauberhaus.
Keramikausstellung mit der Künstlerin Ulrike Stäglich und Kindern im Alter
von 6 bis 12 Jahren
Dazu gibt es Musik und heiße Waffeln

Fr 30.10.2009, 20 Uhr
Resümee, Dokumentation und Diskussion

im Anschluss

Wieder allein
Lesung im Dunkeln II. Gedichte, Geschichten und Gruselstories.
Mit Texten, Tomaten, Brot und open end

Sa 31.10.2009, 13 Uhr / 15 Uhr / 17 Uhr
Müller's Intimflohmarkt.
Ein Doku-Hörstück von Alexandra Müller (Berlin).
Wir servieren Sekt, schwarzen Tee und Gebäck

DAS PROGRAMM IM EINZELNEN

Donnerstag, 29.10.2009, 17 bis 19 Uhr
RIESENVOGEL, KATZENTIER UND EIN ZAUBERHAUS.
Keramikausstellung mit der Künstlerin Ulrike Stäglich und Kindern im Alter
von 6 bis 12 Jahren
Dazu gibt es Musik und heiße Waffeln.

 

Zwei Jahre Kunstaktionen im Bürgerparkviertel Darmstadt: ein Resümee zum
Schauen,
Hören und Mitdiskutieren. Gestartet wird am Donnerstag, den 29.10.2009,
um 17 Uhr mit
einer Keramikausstellung. 12 Kinderköpfe, 24 Hände und 120 Finger haben
einen kurzen
Sommer lang fantasiert, gemalt, gezeichnet und frischen Ton geknetet und
geformt. Viel
Bezauberndes ist dabei herausgekommen, und jetzt zu bestaunen. Idee war
es, gemeinsam
mit Kindern das Modell für eine Skulptur zu schaffen, die ursprünglich
im Bürgerparkviertel
ihren idealen Platz finden sollte. Realisiert wurde das Projekt dann im
nahegelegenen
Kinderhaus "Viktoria" Kinder- und Jugendarbeit im Johannesviertel
e.V. Zum Mitmachen
eingeladen waren Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Jetzt zeigt HOLDEN
die Ergebnisse.

Ulrike Staeglich, Keramikkünstlerin und Diplomkunsttherapeutin, ist spezialisiert
auf
künstlerische Gemeinschaftsprojekte, die Kinder und Erwachsene ansprechen
und motivieren,
kreativ zu sein, um tätig zu erleben, wie aus verschiedenen individuellen
Teilen ein großes
Ganzes wachsen kann: Eine Seeschlange, ein Urvogel, ein Haus aus Ton.
Auch die Ideenfindung
ist wesentlicher Teil des gemeinsamen Entwicklungsprozesses.

Und was später im Schulhof, Kindergarten oder auf dem Platz eines Wohnviertels
steht,
ist nicht nur ein Denkmal, das die Teilnehmer an eine intensive Zeit sozialen
Miteinanders
erinnert, sondern auch ein Stück gelungene Kunst im öffentlichen Raum.
Denn der Spaß an
der gemeinsam erlebten Kreativität wird für alle Menschen sichtbar sein.

Freitag 30.10.2009, 20 Uhr
RESÜMEE, DOKUMENTATION UND DISKUSSION

"Als wir vor zwei Jahren in der Bad-Nauheimer-Strasse unsere erste Ausstellung
eröffneten,
hatten wir die Vision von zwei Marsianern, die mit ihrem Raumschiff auf
einem fremden
Planeten landen und versuchen, dort Fuss zu fassen. Nach zahlreichen Aktivitäten
und
Versuchen der Kontaktaufnahme und der Integration haben wir uns einen
Ort geschaffen,
der wunderbar als öffentlicher Kunstsalon funktioniert. HOLDEN zieht über
Darmstadt hinaus
eine Kreise und bietet für unsere Arbeit als Künstler und Kulturschaffende
eine Plattform, die
noch viel Potential für Kooperationen und Experimente bereit hält. Heimisch,
im Sinne einer
Identifikation mit dem Bürgerparkviertel, mit den Menschen, die hier leben
und arbeiten, sind
wir nur teilweise geworden. Wenn wir Bilanz ziehen,
möchten wir über die Gründe sprechen, die
dahinterstehen und die in erster Linie mit dem Zusammenspiel von Kunst
und Öffentlichkeit,
aber möglicherweise auch mit spezifischen Darmstädter Verhältnissen, mit
sozialen
Lebensformen und mit den Grenzen unserer eigenen Kapazitäten zu tun haben."
(HOLDEN 2009)

Jessica Beebone und Lukas Einsele wollen in ihrem Resümee am Freitag,
den 30.10. um 20 Uhr
nicht nur einen Rückblick geben, sondern auch einen Ausblick geben auf
die Chancen und
Perspektiven ihrer Arbeit.

Freitag 30.10.2009, 21 Uhr
WIEDER ALLEIN
Lesung im Dunkeln II. Gedichte, Geschichten und Gruselstories
Mit Texten, Tomaten, Brot und open end



Im Anschluss an die Diskussion findet Teil 2 der "Lesung im Dunkeln"
statt. Ein erfolgreiches
Format, das zum Zuhören und Mitlesen einlädt. Gespannte ZuhörerInnen sind
ebenso
willkommen wie Vorleser und Vorleserinnen jeden Alters und natürlich jede
Menge Texte,
die das Alleinsein, Fremdheit, Befremden, Einsamkeit, ... zum Thema haben.
Also etwas,
das manche von uns durchaus in Panik versetzen kann.

Samstag 31.10.2009, 13 Uhr / 15 Uhr / 17 Uhr
MÜLLER'S INTIMFLOHMARKT.
Ein Doku-Hörstück von Alexandra Müller (Berlin).




Zum Schluss eines dreitätigen Abschiedsfestes wird es im Kunstraum HOLDEN
in der
Bad-Nauheimer-Strasse noch mal ganz intim. Für alle, die sich für die
geheimsten
Geheimnisse anderer Menschen interessieren, serviert Hörspielautorin Alexandra
Müller
einen Ohrenschmaus.

Unter dem Titel: "Verschwende Deine Daten" bot die Performancekünstlerin
und Autorin
einen sehr speziellen Tausch an. Der Intimflohmarkt ist Trödelladen, in
dem die einzig
gültige Währung nicht Geld ist, sondern persönliche Daten: "Kein
Geld, aber nichts zu
verbergen? Im Intimflohmarkt kannst Du Dich ganz und gar öffnen. Und dafür
noch was
mitnehmen. Mein gesamtes Angebot ist kostenlos. Ich will nur ein paar
Informationen von Dir:
Eine winzige Geschichte über Dein erstes Mal, ein Detail über Deinen Finanzstatus,
ein kleines,
peinliches Erlebnis. Kein Problem also. Du hast doch alles. Also komm
und hold Dir was aus
meinem Sortiment. Es lohnt sich. Natürlich kannst Du uns auch Waren vorbeibringen
und meine
Daten einfordern. Ich mach Dir einen guten Preis. Versprochen.“ Getauscht
haben knapp hundert
Berlinnerinnen und Berliner und den "Intimflohmarkt" damit in
kürzester zu einem so "umsatzstarken
Geschäft" gemacht, dass neben der ZEIT auch die Financial Times Deutschland
im August darüber
berichtet hat.

Was für Darmstadt und das Bürgerparkviertel ausgedacht wurde, sollte schließlich
in Berlin statt
finden, um jetzt in Darmstadt als Hörstück zurecht geschnitten uraufgeführt
zu werden. Gespannt?
Der Überraschungserfolg wird am Samstag, den 31.10. jeweils um 13 Uhr,
15 Uhr und 17 Uhr zu
Gehör gebracht. Die Künstlerin ist anwesend.

Alexandra Müller, geboren 1983, beschäftigt sich seit 2006 mit Performance
Art. Nach verschiedenen
Seminaren und Workshops im Rahmen ihres Studiums der Kulturwissenschaften
(Fachrichtung:
Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus) in Hildesheim, startete sie
2006 mit "Müller.Wohlfahrt",
einer 7-tägigen Performance im Rahmen von „Raumsauger“, einem Festival
in Hildesheim. Nackt
ging sie in ein leerstehendes Ladenlokal hinein, um eine Woche nur von
dem zu leben, was Bürger
ihr brachten, von Kleidung über Nahrung bis hin zu Unterhaltung.

Ihre zweite größere künstlerische Aktion war die "Don't cry. Work!
FmbH", die im Rahmen von
"Gold. Armut war gestern" im Forum Stadtpark in Graz stattfand.
Hier bot sich Alexandra Müller 7
Tage lang als Arbeitssklavin an. Zur „Dc.W! FmbH“ ist ein Buch im Forum
Stadtpark Verlag erschienen
("Sklavin"). Die Hörspielversion dieses Buches wird im Oktober
in SWR2 Dschungel urgesendet
("Don't cry. Work!" am 13.10.2009, 19.20 Uhr).

Sonst ist Alexandra Müller freischaffende Autorin, Assistentin, u.a. für
Rimini Protokoll am Hebbel
am Ufer. Sie lebt in Neukölln.

www.verschwendedeinedaten.org

gefördert durch
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Jubiläumsstiftung Sparkasse Darmstadt
und Bauverein AG

Bad-Nauheimer-Straße 9 . 64289 Darmstadt
HOLDEN . Jessica Beebone . Lukas Einsele . mail@holdenprojekte.de
T 0177 324 2443

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